Gemeinsam stark

Austraglertreffen am 15.09.2022

 „Ich bin an beiden Orten daheim!“

EtwIMG_1827.jpga hundert Mitglieder der Austraglergruppe des Maschinen- und Betriebshilfsringes Laufen trafen sich kürzlich zu einem interessanten Praktikerbericht von Johann Meier aus Linden bei Ufering über sein Leben in Kanada.

Johann Meier, Linden/Teisendorf-Kanada (72) war einer der Pioniere, der Maschinen für unsere Strukturen im Laufener Maschinenringgebiet entwickelt und optimiert hat. Deshalb ist der „Linnerer“ vielen, vor allem älteren Landwirten, bestens bekannt.

1981 hat er eine Reise nach Kanada unternommen. Ihn hat das Land dort sehr beeindruckt. 1983 kaufte er eine Farm in der Nähe der Niagara-Fälle im Südosten Kanadas. Zuerst hat er die Farm verpachtet. Seinen Milchviehbetrieb und sein Landmaschinengeschäft in Linden hat er dann zwischen 1988 - 1990 aufgegeben. Mit 51 Jahren sind er, seine Frau und ihre 3 Kinder nach Kanada ausgewandert. Sein Anwesen in Linden hat er für alle Fälle behalten. Er ist somit nicht ganz ausgewandert. Er konnte sich nie zwischen Kanada und Bayern entscheiden, deshalb ist er an beiden Orten daheim. Er hat in Kanada sogar das Landwirtschaftliche Wochenblatt abonniert.

Aktuell bewirtschaftet seine Familie in Kanada 113 ha Fläche, davon sind 13 ha Wald. Sie sind ein Biobetrieb mit Ackerbau (Soja und Getreide), haben 40 Schafe zur Fleischproduktion, 30 Ziegen und 100 Legehennen. Seit kurzem betreiben sie einen kleinen Hofladen, in dem es selbst erzeugtes Gemüse, Eier, Getreide, Seifen, Marmeladen und vieles mehr gibt. Um seine Farm hat er seinen eigenen kleinen „Maschinenring“ mit vielen Oldtimer-Maschinen errichtet. Er hat viele Maschinen wie Traktoren, Hackstriegel, Drehpflüge, Feldhäcksler nach Kanada exportiert. 

Ihm gefällt das „kleinstrukturierte“ Arbeiten; nicht Vollgas wie viele andere Kanadier es tun.

Große Unterschiede zur heimischen Landwirtschaft gibt es beim Klima und in der Betriebsorganisation.

Mittlerweile ist eine Tochter wieder in Linden und bewirtschaftet den Betrieb zu Hause. Er selbst hat den Hof in Kanada an den Sohn übergeben und hilft, wo er gebraucht wird.

Wenn es irgendwie möglich ist, kommt Hans Meier jedes Jahr für ein paar Wochen nach Hause. Nicht selten nimmt er einen Container voll mit gebrauchten Maschinen und Geräten mit nach Kanada.